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"Para un mundo mejor – für eine bessere Welt" – Besuch chilenischer Gäste beim Kindernothilfe-Freundeskreis in Potsdam

Die Solidarität zwischen den Menschen in Chile und dem Land Brandenburg besteht besonders seit dem Putsch Pinochets, als die DDR zahlreiche politische Flüchtlinge aufgenommen hatte. Um die Geschichte dieser Solidarität und ihre ganz aktuellen Anliegen ging es bei dem Besuch von José Horacio Wood und Claudio Vistoso von der Fundación ANIDE am Samstag, den 26. April 2008 in Potsdam.

In einem Vortrag stellten die Gäste im Landtag von Brandenburg die soziale Situation in ihrem Land und ihre Arbeit vor. ANIDE ist die chilenische Partnerorganisation der Kindernothilfe, die sich vor Ort in derzeit 33 verschiedenen Projekten für insgesamt 5300 Kindern einsetzt. Begrüßt wurden ANIDE-Vertreter und die 60 Gäste aus allen Kindernothilfe-Arbeitskreisen in Brandenburg von Andreas Kuhnert, dem Kulturpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Brandenburger Land und Vorsitzenden des KNH-Arbeitskreises Potsdam.

Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander

Trotz stabiler, demokratischer Verhältnisse und einem kontinuierlichen Wirtschaftswachstum, so die zentrale These der chilenischen Besucher, geht die Schere zwischen Arm und Reich in dem südamerikanischen Land immer weiter auseinander. Die Hälfte der offiziell als arm eingestuften Menschen in Chile sind Kinder. Sie leiden in den Armenvierteln der Städte - aber vor allem auch in vernachlässigten ländlichen Regionen - besonders unter den unzureichenden Wohnverhältnissen, mangelndem Zugang zu Trinkwasser und ärztlicher Versorgung. Kinder, die in dem südamerikanischen Schwellenland in Armut und extremer Armut aufwachsen, sind beim Zugang zur Vorschulbetreuung und Schulbildung stark benachteiligt. Das weitgehend von privaten Unternehmen kommerziell organisierte Sekundarschulsystem und der Weg in eine weiterführende Schule bleibt ihnen verschlossen. Über 130.000 Kinder im Land sind gezwungen, täglich hart zu arbeiten, um das Überleben ihrer Familien sichern zu helfen.

70 Prozent aller chilenischen Kinder erleiden häusliche Gewalt

Als besonders gravierendes Problem bezeichneten Wood und Vistoso den extrem hohen Anteil von Kindern, die in Chile Opfer von Gewalt, Missbrauch und Misshandlungen werden. Nach einer Unicef-Studie aus dem Jahr 2006 erleiden fast 70 Prozent aller chilenischen Kinder zu Hause Gewalt, das ist der höchste derartige Indikator in ganz Lateinamerika. Trotz moderner Gesetzgebung schafft es der chilenische Staat nicht, durch entsprechende Programme bei diesem Thema nachhaltig Veränderungen einzuleiten, um die Situation dieser Kinder zu verbessern. Daher sind die von ANIDE unterstützten Projekte oft die einzige Hoffnung für die Kinder und ihre Familien.

Wir arbeiten zusammen für eine bessere Welt

In einem anschaulichen und lebendigen Vortrag stellte der Direktor des Kindernothilfe-Partners, José Horacio Wood, die Situation in seinem Land und seine Organisation vor. So konnten sich die anwesenden Freunde und Paten der Kindernothilfe sowie ehemalige Flüchtlinge des Militärregimes ein Bild von der Arbeit des Kindernothilfe-Partners vor Ort machen. Anschließend wurde in einer Diskussion auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht, mehr Druck auf die Politik und die Regierung auszuüben. Mit dem Schlusswort „trabajamos unidos para un mundo mejor" (wir arbeiten zusammen für eine bessere Welt) bedankte sich Claudio Vistoso bei der Kindernothilfe und ihren Freundeskreisen für die Unterstützung. Ohne die Hilfe aus Deutschland wäre die Arbeit von ANIDE und der geförderten Projekte nicht möglich.

(Text: Judith Frübing, Freundeskreis Potsdam)

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Chile - Schwellenland mit hoher Armut

Benachteiligte Gruppen stehen bei der Arbeit in Chile im Mittelpunkt: indigene Gemeinden, minderjährige Mütter, arbeitende Kinder, Immigrantenkinder und Opfer von Gewalt.

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